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Säugling stirbt bei Raketenangriff – die Lage am Abend

Russische Streitkräfte haben am Mittwoch erneut ukrainische Städte und Infrastruktur beschossen, im ganzen Land gab es Luftalarm. Bei Raketenangriffen auf Kiew sind nach Behördenangaben drei Menschen getötet und sechs verletzt worden. In Folge war die Hauptstadt wieder einmal ohne Strom, laut Bürgermeister Klitschko fiel auch die Wasserversorgung für die rund drei Millionen Einwohner der Metropole aus.

Einen Totalausfall gab es nach Angaben des Außenministeriums der Ukraine auch in der Region Odessa, Stromausfälle in den Oblasten Lwiw, Tschernihiw und Kirowohrad, (was eine Oblast ist haben wir hier erklärt). Zu Opfern in diesen Regionen gab es zunächst keine Informationen; neben russischem Beschuss hatte auch die ukrainische Flugabwehr zu Explosionen geführt. In der benachbarten Republik Moldau kam es ebenfalls zu einem Zusammenbruch der Stromversorgung, von der etwa die Hälfte der Bevölkerung betroffen war; auch das Mobilfunknetz war eingeschränkt. Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass ukrainische Atomkraftwerke durch den Beschuss vom Stromnetz abgetrennt worden waren. Bei weiteren Raketenangriffen kam in Donezk mindestens ein Mensch ums Leben.

Insgesamt registrierte der Menschenrechts-Kommissar der Vereinten Nationen vom 24. Februar bis zum 20. November 6.595 zivile Opfer, darunter 415 Kinder. Die tatsächliche Zahl wird von der UN aber deutlich höher geschätzt. Laut dem ukrainischen Präsidenten soll Russland das Nachbarland bislang mit rund 4700 Raketen beschossen haben.

Die seit Wochen andauernden Angriffe auf die Energie- und Wasserversorgung folgten auf militärische Rückschläge für die russische Armee. Kürzlich musste sie sich aus Teilen der Region Cherson zurückziehen, die Ukraine feierte die Befreiung der gleichnamigen Stadt. Sie bezeichnet die neue russische Strategie als Energieterror.

Russland attackierte Krankenhaus

Bei einem Raketenangriff in der Nacht auf Mittwoch ist in Saporischschja die Entbindungsstation eines Krankenhauses getroffen worden, schrieb der Militärgouverneur der Region auf Telegram.

Ein auf dem Fahrrad erschossener Zivilist in Butscha (Foto: Ukrainisches Parlament)

Dabei soll ein Säugling ums Leben gekommen sein. “Schmerz überflutet unsere Herzen – ein Säugling, der gerade erst auf die Welt gekommen ist, wurde getötet”, hieß es in der Mitteilung. Die Mutter des wohl 2 Tage alten Kindes und ein Arzt sollen Agentur-Meldungen zufolge überlebt haben.

Der Geheimdienst des britischen Verteidigungs-Ministeriums berichtete auf Twitter, russische Kommandeure hätten verlangt, dass medizinische Einrichtungen gezielt von unbemannten iranischen “Kamikaze-Drohnen” und mit Lenkmunition angegriffen werden.

EU: Russland ist staatlicher Terrorismus-Unterstützer

In einer symbolischen Resolution hatte das Europäische Parlament die Russische Föderation als einen “terroristische Mittel einsetzenden Staat” verurteilt. Danach hat eine Kreml-freundliche Gruppe eine Cyberattacke auf das Parlament gestartet, schrieb dessen Präsidentin am Mittwoch auf Twitter.

Russland werden viele unterschiedliche Kriegsverbrechen vorgeworfen. So fand die ukrainische Armee nach der Befreiung von Städten mehrmals Massengräber vor, in denen offenbar gezielt getötete Zivilisten vergraben worden waren. In der Stadt Butscha lagen nach dem Abzug der Russen erschossene Zivilisten auf den Straßen. Zudem sollen die Truppen unter anderem Frauen und Kinder aus besetzten ukrainischen Gebieten deportieren, den leiblichen Eltern entreißen und in russische Familien geben. (di)

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