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Sind Kosaken als Krieger im Einsatz?

Vor Kurzem sagte eine ukrainische Frau beim Kaffeetrinken zu uns: “Das waren keine ukrainischen Soldaten in unserer Stadt. Das waren Krieger!” Krieger? Meinte sie vielleicht Söldner? Die Frage blieb offen. Bei der nachfolgenden Internet-Recherche zu “ukrainische Krieger” spuckte die Suchmaschine “Kosaken” als Ergebnis aus.

Stammt das ukrainische Volk von den sagenumwobenen Kosaken ab?

Laut dem Duden ist ein Kosak(e) ein Angehöriger einer militärisch organisierten und oft bei der Grenzsicherung eingesetzten Bevölkerungsgruppe im zaristischen Russland – sie sind ein berühmter Teil der ukrainischen sowie russischen Geschichte. Die Bezeichnung “Kosaken” hat viele Ursprünge … unklar ist, welcher Ursprung richtig ist. Ist “Kosake” ist eine Ableitung des deutschen Wortes “Aufrührer”? Oder kommt das Wort vom türkischen “quzzaq”, was Abenteurer oder freier Krieger bedeutet?

Kosaken sind auf jeden Fall eine slawische Volksgruppe. Sie gründeten im 17. Jahrhundert den ersten unabhängigen ukrainischen Staat.

Es sollen ursprünglich Leibeigende und Bauern aus dem Westen gewesen sein, die im 16. Jahrhundert in Freiheit und Unabhängigkeit leben wollten und nach Osten zogen – nach Polen, der heutigen Ukraine und Russland. Das Reitervolk wird als “Samurai” der Ukraine bezeichnet, als Kämpfer, Ritter und Rebellen zugleich – sie waren und sind bekannt für ihren Mut und ihre Stärke. Allerdings gibt es auch andere Blickweisen auf sie: „Die Beteiligung der Kosaken… , führte zu Brandschatzung und Plünderung, Vergewaltigung, Mord und hundert anderen Greueltaten …” soll zum Beispiel ein britischer Historiker gesagt haben.

Im Sommer 2021 ermittelte das Ukrainische Zukunftsinstitut (UIM) in einer umfassenden Studie die Selbst-Identifikation der Ukrainer. Dabei wurden 5000 Personen in allen Regionen befragt und zwölf Fokusgruppen angelegt. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie ist, dass

… die Mehrheit der Befragten den Kosakenstaat „Hetmanat“, der von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhundert existierte, als das goldene Zeitalter der Ukraine nannte.

Kosaken ging damals wie heute Freiheit über alles!

Früher waren sie fester Teil der ukrainischen Armee und kämpften erbittert gegen Eindringlinge aus aller Welt; gegen die Deutschen, Türken, Polen und Russen – aber im Laufe der Geschichte auch mal für sie! 150 Jahre lang verteidigten sie die Ukraine, bis der Staat vom russischen Zarenreich zerschlagen wurde. 1919 ging der sozialistische Staat derart entschlossen gegen die Kosaken vor, dass sie als soziale Gruppe aufhörten zu existieren.

Kosaken-Festung auf der Insel Chortyzja_Foto: Alexey Tolmachov (gemeinfrei)

Die ukrainische Stadt Saporischja soll die Heimat der Kosaken sein – die Saporoger Kosaken sind der älteste Kosaken-Stamm. Es gibt auch die Kosaken-Insel “Chortyzja” im Dnepr (größter Fluß der Ukraine).

Kosaken eroberten zum Beispiel Sibirien – ihre Geschichten und Kämpfe sind legendär!

Im Laufe der Zeit setzten sie sich als Kampftruppe in Russland durch. Dort gehören sie mittlerweile zum Militär und sollen sich dem russischen Staat in jüngster Zeit sehr verbunden fühlen. 1992 leitete der damalige Präsident Boris Jelzin per Dekret die Wiederbelebung des Kosakentums in Russland ein (Quelle).

Aber nicht nur dort gibt es sie: Laut der Züricher Zeitung sind die Kosaken auch heute eine wichtige Kraft in der Ukraine – und kämpfen jetzt und heute für Freiheit und Unabhängigkeit!

Kämpfen Kosaken im Krieg aktuell auf ukrainischer Seite für die Ukraine und/oder auf auf russischer Seite für Russland? Oder für sich selbst, ihre eigene Unabhängigkeit egal von wem?


Weiterführende Informationen:

  • https://www.laender-analysen.de/ukraine-analysen/263/kosakenorganisationen-in-der-heutigen-ukraine/
  • https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine/nr-263/506900/analyse-kosakenorganisationen-in-der-heutigen-ukraine/
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Saporoger_Kosaken
  • https://www.nzz.ch/international/kosaken-in-der-ukraine-der-kampfgeist-lebt-fort-ld.1681049
  • https://mdz-moskau.eu/die-rolle-der-kosaken-im-modernen-russland/
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